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Ordnung & Struktur

Stell dir vor, dein Gehirn ist ein riesiges Logistikzentrum. Den ganzen Tag kommen LKWs mit Paketen an: Termine, Rechnungen, die Schmutzwäsche, neue Ideen. Normalerweise gibt es ein automatisches Laufband, das jedes Paket sofort scannt und ins richtige Regal befördert

Das Problem: Bei ADHS und Autismus ist dieses Laufband oft defekt. Die Pakete stapeln sich meterhoch in der Eingangshalle, weil der Scanner nicht entscheidet, was wichtig ist und was weg kann.

Kurz gesagt: Struktur ist nicht die Fessel, die uns einsperrt – sie ist das Gerüst, das uns den Halt gibt, um überhaupt erst loslegen zu können.

Warum Aufräumen im Kopf beginnt

Die Sortiermaschine (Exekutive Funktionen)
 
Die „Alles-Wichtig“-Falle (Prioritäten-Blindheit)
In einem neurotypischen Gehirn sagt der Botenstoff Dopamin: „Das hier ist eine wichtige Rechnung, die muss nach vorne!“
  • Die Ursache: Wenn die Botenstoffe fehlen, sieht dein Gehirn keinen Unterschied zwischen einer Mahnung und einer leeren Kaffeetasse. Für deinen Kopf sind alle Pakete gleich laut.
  • Der Effekt: Du stehst mitten im Raum und bist wie gelähmt (Analysis Paralysis). Weil du nicht entscheiden kannst, wo du anfangen sollst, fängst du gar nicht erst an – oder du sortierst drei Stunden lang deine Socken, während die Küche abbrennt.
Das „Out of Sight, Out of Mind“-Prinzip (Objektpermanenz)
Dein Gehirn arbeitet wie ein Scheinwerfer: Nur was im Lichtkegel steht, existiert wirklich.
  • Das Problem: Sobald du ein Paket (eine Aufgabe) in einen Schrank stellst, löscht dein Gehirn den Eintrag aus dem System. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist für dich kein Spruch, sondern biologische Realität.
  • Der Effekt: Du schaffst Ordnung, indem du Dinge wegräumst, aber zwei Tage später hast du vergessen, dass sie existieren. Deshalb neigen wir zu „visuellem Chaos“ – wir brauchen die Dinge im Blick, um sie nicht zu verlieren.
 

Das Fazit:
Unordnung ist kein Zeichen von Faulheit oder mangelndem Charakter. Dein innerer Logistiker hat einfach kein funktionierendes Laufband. Struktur muss für dich sichtbar, einfach und belohnend sein, damit dein Gehirn den Sinn dahinter versteht.
 
Für neurodivergente Menschen ist Ordnung kein Selbstzweck und kein „Ordentlich-sein-Wollen“. Es ist die Überlebensstrategie gegen das visuelle und mentale Chaos.
  • Bei ADHS bedeutet Struktur: Leitplanken bauen, damit die Gedanken nicht ständig aus der Kurve fliegen. Es geht darum, das „Laufband im Kopf“ künstlich zu ersetzen, damit man nicht vor jedem Berg an Aufgaben kapituliert.
  • Bei Autismus bedeutet Struktur: Vorhersehbarkeit schaffen. Es ist das Sicherheitsnetz, das verhindert, dass die Welt zu laut, zu unberechenbar und zu bedrohlich wird.

Fesseln. Struktur. Freiheit.

Deine Superkräfte

 
  • Muster-Erkennung (Autismus/AuDHS): Du siehst logische Fehler oder Abkürzungen, die andere übersehen. Du kannst Systeme bauen, die so effizient sind, dass sie fast von alleine laufen.
  • Krisen-Modus (ADHS): Wenn alles brennt, bist du am ruhigsten. Dein Gehirn liebt den Druck (Dopamin-Kick), deshalb bist du der perfekte „Feuerlöscher“ für komplexe Probleme.
  • Hyper-Fokus: Wenn dich ein System oder eine Sortierung einmal packt, erschaffst du in drei Stunden mehr Struktur als andere in einer Woche.

Naja, dennoch ist alles sooo Anstrendend!

Das blöde ist, dass wir mittlerweile in einer absoluten Leistungsgesellschaft leben, wo anders sein oder Müde, kaputt, gestresst, überfordert und vieles mehr einfach nicht geduldet wird.

Mich persönlich macht das sehr traurig und ich verstehe nicht, wie ein so grosser Teil der Bevölkerung, ihre absolute Schmerzgrenze tagtäglich überschreiten muss -um genug zu sein oder sogar einfach nur dem Standard zu entsprechen...!

Meine Hauptmotivation: Ich möchte Menschen helfen und sie in ihrer Tagesstruktur und im Alltag unterstützen, weil ich die Herausforderungen kenne und verstehe!

Mögliche Strategien

Die Starthilfe (Gegen die Starre)
Kennst du das? Du willst eigentlich anfangen, aber du sitzt wie festgefroren da. Die Aufgabe ist für dein Gehirn einfach zu „leise“. Es fehlt der chemische Impuls, um den Motor zu zünden.
  • Die Idee: Wart nicht auf die Motivation – die kommt bei langweiligen Sachen eh nicht. Nutze eine Starthilfe von aussen. Das sind kleine 2-Minuten-Tricks, die dein System kurz hochfahren (z. B. ein lautes Lied hören, 10 Strecksprünge, eiskaltes Wasser im Gesicht oder kurz kräftig ausschütteln).
  • So geht’s: Bevor du die Küche aufräumst, holst du dir diesen kurzen Kick. Sobald du merkst, dass du wacher wirst, nutzt du diesen Schwung sofort für den ersten Handgriff. Überliste die Blockade, indem du den Motor künstlich anschiebst.
 
2. Schluss mit dem Entscheidungs-Stress
Jede kleine Wahl (Welche Socken? Welches Müsli?) verbraucht deine wertvolle Energie für den Tag. Ist der Akku mittags leer, bleibst du hängen.
  • Die Idee: Vereinfachung durch Gleiches. Kauf dir 10-mal die gleichen Socken und 5-mal das gleiche Shirt. Leg ein „Standard-Frühstück“ fest, das du im Schlaf zubereiten kannst.
  • So geht’s: Wenn du morgens keine Kraft für unwichtige Wahlen verschwendest, hast du später mehr Energie für wichtige Termine. Schütze deinen Akku durch Routine.
 
3. Alles am Platz der Tat
Ein neurodivergentes Gehirn scheitert oft an „Zwischenschritten“. Liegt die Schere im Büro, du brauchst sie aber in der Küche, bleibt das Paket in der Küche ewig zu.
  • Die Idee: Mehrfach-Plätze. Kauf Dinge, die du oft suchst, einfach doppelt. Eine Schere in jedem Zimmer. Ein Ladekabel an jedem Sitzplatz. Putzmittel direkt im Bad und in der Küche.
  • So geht’s: Du streichst den Weg von A nach B. Wenn du den Impuls zum Aufräumen hast, muss das Werkzeug schon in deiner Hand liegen. Kürze den Weg zwischen Gedanke und Tat.
 
4. Die Start-Insel gegen das Vergessen
Oft löscht unser Kopf Informationen, sobald wir den Raum verlassen. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist hier bittere Realität.
  • Die Idee: Bau dir eine „Start-Insel“ direkt an der Haustür. Das kann ein offenes Brett oder ein Korb sein, in dem alles liegt, was raus muss (Schlüssel, Post, Rücksendungen).
  • So geht’s: Gewöhn dir an, alles für morgen schon abends dort abzulegen. Dein Gehirn muss nicht suchen, es muss nur im Vorbeigehen zugreifen. Mach deine Wohnung zu deinem externen Gedächtnis.
 
5. Die 60-Sekunden-Regel
Wir neigen dazu, Dinge „kurz mal abzustellen“. So entstehen die berüchtigten Chaos-Berge, die uns irgendwann Angst machen.
  • Die Idee: Wenn eine Handbewegung weniger als eine Minute dauert (z. B. die Jacke aufhängen statt auf den Stuhl werfen), mach es sofort fertig.
  • So geht’s: Das verhindert, dass kleine Chaos-Inseln überhaupt erst wachsen. Es kostet kurz Kraft, aber es spart dir die riesige Aufräum-Aktion am Wochenende, die dich sonst komplett überfordern würde.
 
6. Ruhe für deine Sinne
Oft scheitert Ordnung daran, dass es um dich herum zu „laut“ ist. Wenn der Kühlschrank summt oder die Socken kratzen, hat dein Kopf keine Kraft zum Sortieren.
  • Die Idee: Nutze Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung oder ein gleichmässiges, tiefes Rauschen (wie Regen), um dein Nervensystem zu beruhigen.
  • So geht’s: Wenn die Reize von aussen gefiltert werden, hat dein Gehirn plötzlich wieder Platz für Aufgaben. Ruhe im Aussen schafft Ordnung im Innen.
 

Das Fazit:
Struktur bedeutet für uns nicht, „ordentlicher“ zu werden. Es bedeutet, die Hürden in deinem Alltag so flach zu legen, dass dein Gehirn fast von alleine darüber stolpert.

Klarer Fokus hilft!

Stärken - stärken

und Jetzt?

Eines der wichtigsten Punkte:

sich selber akzeptieren

Radikale Akzeptanz (Das Mindset) Hör auf, ein „normales“ Gehirn simulieren zu wollen. Akzeptanz bedeutet zu verstehen: „Mein Gehirn funktioniert mit Dopamin-Antrieb, nicht mit Wichtigkeit.“ Akzeptanz löst nicht automatisch die Probleme aber es hilft dir nach Lösungen zu suchen. Der Benefit: Sobald du akzeptierst, dass du für manche Dinge (wie Steuererklärungen) Hilfe brauchst, setzt du Energie frei für das, was du liebst.

Und weiter?

Die Struktur

im Alltag

Strategisches Umfeld-Design (Die Struktur) Da die interne Struktur oft fehlt, musst du sie im Aussen schaffen. Das Gehirn braucht „Leitplanken“. Konkret: Nutze Tools, die dein visuelles Denken unterstützen. Arbeite mit Trello für visuelles Projektmanagement oder der Pomodoro-Technik, um den Hyperfokus in gesunde Bahnen zu lenken. Gestalte deinen Arbeitsplatz reizarm, damit dein Fokus nicht bei jeder Fliege abhaut.

Wie gehts zur Umsetzung?

Durch einfache Schritte im Coaching

Durchstarten!

Gezieltes Coaching & Tools (Die Feinjustierung) ADHS lässt sich nicht „wegtherapieren“, aber man kann das „Handwerkzeug“ lernen. Coaching: Ein spezialisierter ADHS-Coach hilft dir, deine individuellen Trigger zu finden. Bio-Hacking & Medikation: Ob durch Sport, Ernährung oder (nach ärztlicher Absprache) Medikation – es geht darum, den Dopaminspiegel so zu regulieren, dass du der Pilot deines Flugzeugs bleibst und nicht nur Passagier deiner Impulse bist. Oft weiss man was zu tun ist - nur nicht ganz wie anpaken. Dabei unterstütze ich dich gerne!

Der 3 Schritte Plan

Vom Chaos zur Kompetenz
1
2
3

Eines Tages oder Tag 1

Du hast es in der Hand

0

Tage im Jahr

0

Stunden am Tag

0

Tage die Woche

0

Der es macht - DU!

Häufig gestellte Fragen

Das können wir frei entscheiden! Wenn du das anfangs lieber Online machst – kein Problem. Oder doch lieber gemütlich bei dir zu Hause – auch das ist möglich. Oder du möchtest das ganze bei mir im Studio angehen, eventuell mit einem lockeren Spaziergang? Natürlich ist auch das möglich 😀

Im Prinzip für jeden, der Unterstützung haben möchte. Egal ob Kinder oder die Eltern der Kinder, Junge Erwachsene oder auch Erwachsene selbst.

Oft ist es so, dass man immense Wartezeiten für einen Therapietermin/ Platz hat. 

  • Therapie (Heilung): Konzentriert sich auf die Vergangenheit und psychische Erkrankungen. Das Ziel ist es, Blockaden zu lösen, Traumata aufzuarbeiten und die klinischen Symptome von ADHS, AuDHS, Autismus (wie Depressionen oder Angstzustände) zu lindern. Sie wird oft von der Krankenkasse übernommen.
  • Coaching (Handeln): Konzentriert sich auf die Gegenwart und Zukunft. Es ist eine lösungsorientierte Begleitung, um den Alltag mit ADHS, AuDHS, Autismus zu meistern. Hier geht es um konkrete Strategien, Zeitmanagement und Organisation. Coaching ist meist eine Eigenleistung und keine Heilbehandlung.
Kurz: Therapie repariert das Fundament, Coaching baut das Haus und optimiert die Abläufe.
Die Diagnose einer Neurodivergenz wirft oft Fragen zur Finanzierung auf. In der Schweiz ist die Kostenübernahme zwischen der Invalidenversicherung (IV) und der Krankenkasse (KV) klar aufgeteilt. Hier finden Sie die Übersicht für die verschiedenen Fachbereiche:
 
1. Invalidenversicherung (IV): Fokus auf Entwicklung und Erwerb.
Die IV ist primär zuständig, wenn es um die Ausbildung, die Erwerbsfähigkeit oder die Unterstützung bei Geburtsgebrechen geht.
  • ADHS & ADS: Wenn die Diagnose vor dem 9. Lebensjahr gestellt wird, anerkennt die IV dies als Geburtsgebrechen (Ziffer 404). Sie übernimmt bis zum 20. Lebensjahr die Kosten für medizinische Massnahmen und notwendige Therapien.
  • Autismus & AuDHS (Autismus-Spektrum-Störung): Autismus gilt ebenfalls als Geburtsgebrechen (Ziffer 405). Die IV finanziert hier oft umfassende Unterstützung zur sozialen Integration und speziellen Förderung.
  • Für Erwachsene: Die IV unterstützt auch nach dem 20. Lebensjahr, sofern die Erwerbsfähigkeit bedroht ist. Dies umfasst Job-Coaching, berufliche Umplatzierungen oder Integrationsmassnahmen, um im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen oder zu bleiben.
  • Entlastung für Familien: Bei Kindern mit hohem Betreuungsaufwand können Hilflosenentschädigung und Assistenzbeiträge bei der IV beantragt werden.
 
2. Krankenkasse (KV): Fokus auf medizinische Behandlung
Sobald die Zuständigkeit der IV endet (meist ab dem 20. Lebensjahr) oder wenn eine Diagnose erst im Erwachsenenalter erfolgt, übernimmt die Grundversicherung:
  • Psychotherapie: Seit der Einführung des Anordnungsmodells werden Therapien bei psychologischen Psychotherapeuten (auf ärztliche Anordnung) von der Grundversicherung bezahlt.
  • Medikamente: Die Kosten für offiziell zugelassene Medikamente (z. B. bei ADHS) werden gemäss Spezialitätenliste übernommen.
  • Ärztliche Leistungen: Diagnostik und Begleitung durch Psychiater sind klassische Leistungen der Krankenkasse.
 
3. Spezifisches Coaching
Reines Coaching zur Alltagsbewältigung gilt oft als Eigenleistung. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:
  1. IV-Job-Coaching: Wenn es der beruflichen Eingliederung dient, zahlt die IV.
  2. Zusatzversicherungen: Einige Krankenkassen beteiligen sich über Zusatzversicherungen an präventiven oder unterstützenden Massnahmen.
  • Gibt es Unterstützung für Eltern neurodivergenter Kinder?
    • Antwort: Ja, neben Fachstellen wie elpos oder autismus schweiz bieten viele Coaches spezifische Elterntrainings an, um den Familienalltag zu entlasten.
 

Wie hilft mir ein Coaching konkret im Beruf?

  • Es hilft bei der Strukturierung von Aufgaben, dem Management von Reizüberflutung und der Überwindung von Prokrastination (Aufschieberitis).