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Thema Schlaf & Regeneration

Stell dir vor, dein Gehirn ist ein riesiges Logistikzentrum, in dem den ganzen Tag über Tausende von Paketen (Reize, Gedanken, Emotionen) ungefiltert eingetroffen sind. Während andere Gehirne nachts die Tore schliessen und die Regale sortieren, brennt bei dir das Flutlicht weiter. Die Gabelstapler fahren Rennen, und die Sortiermaschine weigert sich, den Feierabend zu akzeptieren.

Total müde und erschöpft und dennoch liegt man mit Augen offen im Bett und es denkt und denkt und denkt...

Und am nächsten Tag – ist einfach alles was schon anstrengend ist – einfach noch anstrengender!

Warum das Gehirn nachts oft nicht abschaltet

Die Biologie der Schlaflosigkeit: 
 
Es ist kein Mangel an Disziplin und keine reine Kopfsache. Wenn neurodivergente Menschen nachts wach liegen, kämpft ihr Körper gegen eine fest verdrahtete Biologie. Hier sind die drei Hauptgründe:
 
1. Die Hormon-Verspätung (Der Melatonin-Lag)
Unser Schlaf wird durch das Hormon Melatonin gesteuert. Es ist das Signal des Körpers, das sagt: „Jetzt wird es Nacht, fahr die Systeme runter.“
  • Die Ursache: Studien belegen, dass bei ADHS und Autismus die Ausschüttung von Melatonin genetisch bedingt oft 90 bis 120 Minuten später einsetzt als bei anderen Menschen.
  • Das Beispiel: Stell dir vor, die Strassenlaternen in deiner Stadt gehen erst zwei Stunden nach Sonnenuntergang an. In dieser Zeit tappst du im Dunkeln, dein Körper ist zwar müde, aber das biologische Startsignal für den Schlaf fehlt. Du befindest dich in einem dauerhaften „sozialen Jetlag“ – dein innerer Rhythmus passt schlichtweg nicht zum Takt der Gesellschaft.
 
2. Das Gedanken-Karussell (Hyperaktives DMN)
Das Default Mode Network (DMN) ist ein Netzwerk im Gehirn, das immer dann anspringt, wenn wir uns nicht auf eine äussere Aufgabe konzentrieren. Es ist für das Nachdenken über uns selbst, die Vergangenheit und die Zukunft zuständig.
  • Die Ursache: Bei Neurodivergenz schaltet dieses Netzwerk nachts nicht ab. Die Kontrollinstanz im Gehirn, die normalerweise für Ruhe sorgt, ist weniger aktiv.
  • Das Beispiel: Sobald es im Zimmer still wird und die Reize von aussen (Fernseher, Handy, Gespräche) wegfallen, erzeugt das Gehirn seine eigenen Reize. Es ist wie ein Radio, das man nicht ausschalten kann und das plötzlich in voller Lautstärke Sorgen, Ideen oder alte Erinnerungen abspielt. Das Gehirn flutet sich selbst mit Gedanken, um die plötzliche Stille zu füllen.
 
3. Der wachsame Wächter (Sensorische Vigilanz & Cortisol)
Neurodivergente Nervensysteme sind oft darauf programmiert, jedes Detail der Umgebung wahrzunehmen. Filter, die Unwichtiges aussortieren, arbeiten weniger effizient.
  • Die Ursache: Das Gehirn bleibt im „Überlebensmodus“. Minimale Reize – ein knackendes Möbelstück, die Struktur der Bettdecke oder die Atmung des Partners – werden als relevant eingestuft. Das löst kleine Schübe des Stresshormons Cortisol aus.
  • Das Beispiel: Du schläfst wie ein Wächter vor einem Lagerfeuer. Dein System traut der Ruhe nicht. Die Folge ist ein sehr oberflächlicher Schlaf. Dein Gehirn erreicht kaum die wichtigen Tiefschlafphasen, in denen es sich regenerieren und „entgiften“ könnte. Man wacht morgens auf und fühlt sich, als hätte man die ganze Nacht gearbeitet.
 

Das Fazit:
Diese Prozesse sind körperlich. Wenn du nachts wach liegst, ist das ein Zeichen dafür, dass dein System auf Hochtouren arbeitet, um eine biologische Lücke zu füllen. Es ist eine physische Reaktion, keine Entscheidung.

Warum ist Schlaf und Erholung so Wichtig?

Wenn der Schlaf fehlt, bricht das System zusammen: Die Reizschwelle sinkt ins Bodenlose, die ADHS-Symptome verdoppeln sich, und der autistische Anteil verliert jede Belastbarkeit.
  • Für das ADHS-Gehirn ist Einschlafen wie der Versuch, einen Düsenjet im Flug zu parken; der Körper ist müde, aber der Kopf findet kein Ende.
  • Für den autistischen Anteil ist Durchschlafen oft unmöglich, weil das Nervensystem jede kleinste Veränderung – ein Knacken im Haus oder eine Falte im Leintuch – als Alarmstufe Rot meldet.
  • Bei AuDHS ist es das Paradoxon aus totaler Erschöpfung und dem Drang, nachts im Hyperfokus endlich die Ruhe zu finden, die der Tag verweigert hat.
In dem Moment, in dem du die richtige Strategie für deine Nacht findest, beruhigt sich das Dauerfeuer im Kopf. Die Welt wird am nächsten Morgen wieder bewältigbar.
 
Du schläfst nicht nur – du startest dein System neu.

Gedanken -Schlaf - System-Reset

Konkrete Lösungen - was kann helfen:

Kognitives Offloading (Das „Gehirn-Dumping“)
Schreibe 30 Minuten vor dem Zubettgehen alles auf: To-do-Listen, wirre Gedanken, Ängste und Erfolge des Tages (Erfolgstagebuch).
  • Der Effekt: Du lagerst den Arbeitsspeicher deines Gehirns auf das Papier aus. Das signalisiert dem DMN, dass die Informationen „gesichert“ sind und nachts nicht aktiv gehalten werden müssen.
Brain-Dumping & Erfolgstagebuch (Neuro-Feedback)
Notiere gezielt drei Dinge, die heute funktioniert haben, um das Gehirn von der „Problem-Suche“ (Negativ-Bias) abzulenken.
  • Der Effekt: Du stimulierst eine sanfte, natürliche Dopamin-Ausschüttung, die das System beruhigt, anstatt es in den Stress-Modus der Fehlersuche zu versetzen.
Nährstoff-Synergie (GABA-Support)
Kombiniere Magnesium-Bisglycinat mit L-Theanin oder Glycin. Diese Stoffe passieren die Blut-Hirn-Schranke und wirken als natürliche Gegenspieler zum Stresshormon Glutamat.
  • Der Effekt: Die neuronale Feuer-Rate wird gedrosselt. Dein Gehirn erhält das chemische Signal zur Entspannung, was die Einschlafzeit klinisch belegbar verkürzt.
Propriozeptives Feedback (Deep Pressure)
Nutze eine Gewichtsdecke (10% des Körpergewichts). Der „Deep Pressure Touch“ stimuliert die Ausschüttung von Oxytocin und Serotonin.
  • Der Effekt: Das Nervensystem wird mechanisch geerdet. Die sensorische Vigilanz sinkt, da der Körper sich sicher und „gehalten“ fühlt.
Zusammengefasst: Schlaf macht den Kopf nicht „leer“, sondern sortiert das Chaos.

 

Klarer Fokus hilft!

Stärken - stärken

und Jetzt?

Eines der wichtigsten Punkte:

sich selber akzeptieren

Radikale Akzeptanz (Das Mindset) Hör auf, ein „normales“ Gehirn simulieren zu wollen. Akzeptanz bedeutet zu verstehen: „Mein Gehirn funktioniert mit Dopamin-Antrieb, nicht mit Wichtigkeit.“ Akzeptanz löst nicht automatisch die Probleme aber es hilft dir nach Lösungen zu suchen. Der Benefit: Sobald du akzeptierst, dass du für manche Dinge (wie Steuererklärungen) Hilfe brauchst, setzt du Energie frei für das, was du liebst.

Und weiter?

Die Struktur

im Alltag

Strategisches Umfeld-Design (Die Struktur) Da die interne Struktur oft fehlt, musst du sie im Aussen schaffen. Das Gehirn braucht „Leitplanken“. Konkret: Nutze Tools, die dein visuelles Denken unterstützen. Arbeite mit Trello für visuelles Projektmanagement oder der Pomodoro-Technik, um den Hyperfokus in gesunde Bahnen zu lenken. Gestalte deinen Arbeitsplatz reizarm, damit dein Fokus nicht bei jeder Fliege abhaut.

Wie gehts zur Umsetzung?

Durch einfache Schritte im Coaching

Durchstarten!

Gezieltes Coaching & Tools (Die Feinjustierung) ADHS lässt sich nicht „wegtherapieren“, aber man kann das „Handwerkzeug“ lernen. Coaching: Ein spezialisierter ADHS-Coach hilft dir, deine individuellen Trigger zu finden. Bio-Hacking & Medikation: Ob durch Sport, Ernährung oder (nach ärztlicher Absprache) Medikation – es geht darum, den Dopaminspiegel so zu regulieren, dass du der Pilot deines Flugzeugs bleibst und nicht nur Passagier deiner Impulse bist. Oft weiss man was zu tun ist - nur nicht ganz wie anpaken. Dabei unterstütze ich dich gerne!

Der 3 Schritte Plan

Vom Chaos zur Kompetenz
1
2
3

Eines Tages oder Tag 1

Du hast es in der Hand

0

Tage im Jahr

0

Stunden am Tag

0

Tage die Woche

0

Der es macht - DU!

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Got a question?

Häufig gestellte Fragen

Das können wir frei entscheiden! Wenn du das anfangs lieber Online machst – kein Problem. Oder doch lieber gemütlich bei dir zu Hause – auch das ist möglich. Oder du möchtest das ganze bei mir im Studio angehen, eventuell mit einem lockeren Spaziergang? Natürlich ist auch das möglich 😀

Im Prinzip für jeden, der Unterstützung haben möchte. Egal ob Kinder oder die Eltern der Kinder, Junge Erwachsene oder auch Erwachsene selbst.

Oft ist es so, dass man immense Wartezeiten für einen Therapietermin/ Platz hat. 

  • Therapie (Heilung): Konzentriert sich auf die Vergangenheit und psychische Erkrankungen. Das Ziel ist es, Blockaden zu lösen, Traumata aufzuarbeiten und die klinischen Symptome von ADHS, AuDHS, Autismus (wie Depressionen oder Angstzustände) zu lindern. Sie wird oft von der Krankenkasse übernommen.
  • Coaching (Handeln): Konzentriert sich auf die Gegenwart und Zukunft. Es ist eine lösungsorientierte Begleitung, um den Alltag mit ADHS, AuDHS, Autismus zu meistern. Hier geht es um konkrete Strategien, Zeitmanagement und Organisation. Coaching ist meist eine Eigenleistung und keine Heilbehandlung.
Kurz: Therapie repariert das Fundament, Coaching baut das Haus und optimiert die Abläufe.
Die Diagnose einer Neurodivergenz wirft oft Fragen zur Finanzierung auf. In der Schweiz ist die Kostenübernahme zwischen der Invalidenversicherung (IV) und der Krankenkasse (KV) klar aufgeteilt. Hier finden Sie die Übersicht für die verschiedenen Fachbereiche:
 
1. Invalidenversicherung (IV): Fokus auf Entwicklung und Erwerb.
Die IV ist primär zuständig, wenn es um die Ausbildung, die Erwerbsfähigkeit oder die Unterstützung bei Geburtsgebrechen geht.
  • ADHS & ADS: Wenn die Diagnose vor dem 9. Lebensjahr gestellt wird, anerkennt die IV dies als Geburtsgebrechen (Ziffer 404). Sie übernimmt bis zum 20. Lebensjahr die Kosten für medizinische Massnahmen und notwendige Therapien.
  • Autismus & AuDHS (Autismus-Spektrum-Störung): Autismus gilt ebenfalls als Geburtsgebrechen (Ziffer 405). Die IV finanziert hier oft umfassende Unterstützung zur sozialen Integration und speziellen Förderung.
  • Für Erwachsene: Die IV unterstützt auch nach dem 20. Lebensjahr, sofern die Erwerbsfähigkeit bedroht ist. Dies umfasst Job-Coaching, berufliche Umplatzierungen oder Integrationsmassnahmen, um im Arbeitsmarkt Fuss zu fassen oder zu bleiben.
  • Entlastung für Familien: Bei Kindern mit hohem Betreuungsaufwand können Hilflosenentschädigung und Assistenzbeiträge bei der IV beantragt werden.
 
2. Krankenkasse (KV): Fokus auf medizinische Behandlung
Sobald die Zuständigkeit der IV endet (meist ab dem 20. Lebensjahr) oder wenn eine Diagnose erst im Erwachsenenalter erfolgt, übernimmt die Grundversicherung:
  • Psychotherapie: Seit der Einführung des Anordnungsmodells werden Therapien bei psychologischen Psychotherapeuten (auf ärztliche Anordnung) von der Grundversicherung bezahlt.
  • Medikamente: Die Kosten für offiziell zugelassene Medikamente (z. B. bei ADHS) werden gemäss Spezialitätenliste übernommen.
  • Ärztliche Leistungen: Diagnostik und Begleitung durch Psychiater sind klassische Leistungen der Krankenkasse.
 
3. Spezifisches Coaching
Reines Coaching zur Alltagsbewältigung gilt oft als Eigenleistung. Es gibt jedoch zwei Ausnahmen:
  1. IV-Job-Coaching: Wenn es der beruflichen Eingliederung dient, zahlt die IV.
  2. Zusatzversicherungen: Einige Krankenkassen beteiligen sich über Zusatzversicherungen an präventiven oder unterstützenden Massnahmen.
  • Gibt es Unterstützung für Eltern neurodivergenter Kinder?
    • Antwort: Ja, neben Fachstellen wie elpos oder autismus schweiz bieten viele Coaches spezifische Elterntrainings an, um den Familienalltag zu entlasten.
 

Wie hilft mir ein Coaching konkret im Beruf?

  • Es hilft bei der Strukturierung von Aufgaben, dem Management von Reizüberflutung und der Überwindung von Prokrastination (Aufschieberitis).